rt-go: 2007-08-02

Diebe, Fälscher, Betrüger, Scharlatane ?

Wer hat den Selztal-Radweg geklaut?
oder
Mit amtlicher Wegweisung vom Regen in die Taufe
(Neues aus Schilda)

Vorsicht!

Das ist keine Satire.

Warnung!

Das ist nur
das 2. Kapitel 
einer trostlosen Geschichte.

Früher führte der Selztal-Radweg zwischen
Alzey und Schafhausen (grüne Route)
ganz einfach an der Selz entlang.
Wer würde auch etwas anderes erwarten?
Jetzt führt er fast bis Albig (rote Route).

 

Die Route (als Rundkurs) kann man als
Selztal_oder_Radweg.gpx + selztal_oder_radweg.kml
herunter laden

und bei ansehen.


 

Ein Schwachpunkt des Weges ist
 die gefährliche Überquerung der Karl-Heinz-Kipp-Straße.

Als ich da mal rüber gefahren bin, hat doch tatsächlich ein Autofahrer anhaltend gehupt und Gas gegeben, um “Jagd auf mich zu machen”. Gegen solche Vollidioten hilft natürlich auch kein 30er-Schild. In der Regel wird dort sowieso 70 gefahren. Jedenfalls, so lange da nicht mal ein einträglicher Blitzer aufgestellt wird.

Aber all diese Probleme kann man ja ganz elegant umgehen, indem man den Selztal-Radweg einfach von der Selz weg in Richtung Albig verlegt.

Dass dieser Weg dann mit der Selz aber auch rein gar nichts mehr zu tun hat, ist niemand peinlich. Es dient ja einem “guten Zweck”.

  

 Und deshalb werden alle Radwegezeichen mit dem Frosch dreist und eiskalt bis fast nach Albig umgehängt.

Der direkte Weg ist 2,7 km, die Umfahrung 5,1 km, also genau 2,4 km länger. Dass sie mit “Umfahrung 1,4 km” beschrieben wird, müsste allerdings schon etwas peinlich sein. Oder?

Die Wegweiser am Wendepunkt verraten zwar, dass es von Schafhausen nach Alzey vielleicht doch etwas weiter sein könnte, aber wem nützt diese Erkenntnis dann noch. Auch der dezente Hinweis (Dreieck), dass der Weg nach Alzey über Kfz-Straßen führt, ist nicht wirklich hilfreich. Denn über die verkehrsreichste Kreuzung von Alzey (inzwischen ein Kreisel) und die Hauptstraßen ohne Radlerspur muss man dann ja trotzdem. Die Wahl hätte man gut 3 km zuvor gehabt.

Und wie soll man die Tatsache bezeichnen,
dass da einige “unwesentliche Kleinigkeiten” verschwiegen werden?

Der originale Selztal-Radweg weist auf 2,7 km Länge nur 15 Höhenmeter auf. Die Umfahrung bringt es dagegen auf 5,1 km Länge mit 59 Höhenmetern und satte 13% Steigung.

Da wäre es doch gut, das entsprechende Zusatzschild an zu bringen. Dann wissen die Eltern bei ihrem Familienausflug wenigstens vorher, was sie und ihre Kinder erwartet.

 

Einen unbestreitbaren Vorteil hat die Umfahrung allerdings:
Am höchsten Punkt hat man einen Ausblick von oben auf die Autobahn.
Und das ist ja genau das, was die Radler wollen,
dass sie mal auf die Autofahrer herab sehen können.

Und um dem Fass die Krone ins Gesicht zu schlagen:
Da ist auch noch ein ungesicherter Bahnübergang zu überqueren.
Dass der außer Betrieb ist,
kann man erst aus unmittelbarer Nähe erkennen.
 


 

Weitere Grüße aus Schilda folgen.
Denn wo Profis agieren,
da bleibt kein Auge trocken.

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Rhein-Radweg R6

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